Kredite

Kredite in Gegenwart und Vergangenheit

Anlegen und investieren

Geschichte des Kredites

Bereits im Mittelalter herrschte ein reges Geschäft mit Krediten. Zu dieser Zeit galt für die Christen ein klares Zinsverbot gegenüber Glaubens- und Volksgenossen, welches mit verschiedenen Stellen im Alten Testament belegt wurde. Dieses Zinsverbot galt auch im Islam. So waren es zu dieser Zeit allein die Juden, denen die Kreditvergabe in Form von Geld möglich war. Untereinander war auch den Juden das Zinsnehmen verboten, gegenüber Christen oder Moslems galt das Verbot aber nicht. So nahm der mittelalterliche Adel die Kredite jüdischer Kaufleute häufig in Anspruch, um ihr üppiges Hofleben, aber auch ihre Kriege finanzieren zu können. Die Rückzahlungen erfolgten mit Hilfe von Steuereinnahmen der Fürsten und den Eroberungen aus ihren Kriegszügen. Eine simplere Variante der Kreditvergabe gab es auch im landwirtschaftlichen Bereich. Im Feudalismus gaben die sogenannte Lehnherren den Bauern Kredite in Form von Land und Saatgut, die diese wiederum durch Ernte-Abgaben tilgen mussten. Allerdings führten schlechte Erntejahre schnell zu einer Schuldensituation, die in einer gnadenlosen Knechtschaft der Bauern endete.

Im 16. Jahrhundert wurde das Zinsverbot der Christen immer weiter ausgedehnt bis es im Westfälischen Frieden von 1648 schließlich ganz aufgehoben wurde. Innerhalb der katholischen Kirche wurde das Zinsverbot allerdings erst 1822 offiziell abgeschafft.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde das Bankwesen aufgrund der steigenden Bedeutung des Seehandels und der wachsenden internationalen Handelsbeziehungen immer wichtiger. Es musste sichergestellt werden, dass reisende Kaufleute an jedem Ort über ausreichend Geld-mittel verfügen konnten. Kaufleute wandten sich daher an private Bankhäuser, um sich Kreditbriefe geben zu lassen und sich somit auf ihren Reisen vor Überfällen zu schützen. Sie übergaben eine bestimmte Geldsumme ihres Vermögens einem Bankier, der ihnen im Gegenzug Kreditbriefe aushändigte. Bei Vorlage dieser Kreditbriefe bei Bankiers anderer Städte konnten diese wieder in Geld umgetauscht werden. Durch ein gut ausgebautes, auf Vertrauen basierendes Netzwerk der Bankiers wuchs das Kreditbrief-System und brachte den privaten Bankhäusern eine wichtige Stellung in der Wirtschaft der damaligen Zeit ein.

Im 19. Jahrhundert begann die industrielle Revolution. Große Firmen wuchsen aus dem Boden, der Eisenbahnbau boomte und die Bergbau- und Textilindustrie gedieh prächtig. Der Kapitalbedarf stieg stark an und schon bald konnte er nicht mehr durch die bestehenden privaten kleinen Bankhäuser gedeckt werden. Private Bankiers wuchsen zu großen Aktienbanken zusammen. Es entstanden außerdem Spezialinstitute, wie Sparkassen und Konsumgenossenschaften für Handwerker. Der berühmte Friedrich Wilhelm Raiffeisen gründete einer der ersten Kreditgenossenschaften für Landwirte, um in Zeiten schlechter Ernten Hilfe zur Selbsthilfe zu schaffen. Das Bankwesen wuchs und gedieh bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Zahl der Privatbankiers verringerte sich zunehmend. Die Inflation von 1919 bis 1923 und die Bankenkrise von 1931 dämpfte schließlich den stetigen Wachstum der Banken.

Das Ende des dritten Weltkrieges führte letztendlich zu einer Auflösung der Großbanken durch die Alliierten und zahlreiche Nachfolgebanken wurden gegründet. 1952 schlossen sich diese zu größeren Bankinstituten zusammen, aus denen 1957 die drei großen Bankinstitute Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank hervorgingen.

Das deutsche Wirtschaftswunder der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts bescherte den großen Bankhäusern schließlich immer mehr Privatkunden mit Wunsch nach einem Kredit. Zwanzig Jahre später war es bereits Gang und Gebe, dass Privatpersonen über ein Girokonto verfügten. Die Banken und Sparkassen hatten somit den Überblick über die finanzielle Situation ihrer Kunden und gewährten immer mehr privaten Kunden mit regelmäßigen Arbeitseinkommen Dispositionskredite.


Was ist ein Kredit ?


Ein Kredit ist eine Bereitstellung von Geld oder anderen Wertsachen auf eine gewisse Zeit. Das Wort entstammt dem lateinischen „credere“, was zu deutsch „glauben“ bedeutet. Der Kreditgeber hat also den Glauben und das Vertrauen, das geliehene Geld oder andere bereitgestellte Wertgegenstände vom Kreditnehmer mit einer entsprechenden Vergütung (den Zinsen) zurückzubekommen.

Heute werden Kredite hauptsächlich von Kreditinstituten in Form von Geld vergeben. Zuerst stellt die Bank oder Sparkasse fest, ob ihr Kunde kreditwürdig ist. Dies geschieht durch einen Blick auf Konto und Einkommen, aber auch eine Auskunft bei der SCHUFA ist in Deutschland inzwischen Grundlage jeder Bonitätsprüfung. In einem Kreditvertrag werden nach einer erfolgreichen Bonitätsprüfung mit positivem Ergebnis dann folgende Punkte festgelegt: die Laufzeit des Vertrages, die Höhe des gewünschten Kredites und die Höhe der Zinsen.

Kreditartenarten

Kredite lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien gliedern. So unterscheiden sich Kredite zum Beispiel nach Art der Kreditverwendung:

Investitionskredit

Ein Investitions- oder Anlagenkredit ist ein langfristiger Kredit, der für die Finanzierung größerer Anschaffungen des Anlagevermögens gedacht ist. Dazu zählen der Kauf neuer Maschinen, aber auch der Umbau von Gebäuden oder die Erweiterung des Fuhrparks.

Betriebskredit

Ein Betriebskredit deckt den Liquiditätsbedarf eines Unternehmens. Muss eine Firma beispielsweise in Vorzahlung treten, um einen Großauftrag zu erhalten, kann ein solcher Kredit die Annahme des Auftrags häufig überhaupt erst möglich machen.

Konsumkredit

Der Konsumkredit ist für Privatleute gedacht und dient zur Finanzierung von Gebrauchsgütern, wie einem Auto oder beispielsweise einer Reise. Der Kredit ist zwar an eine Investition gebunden, dennoch muss der Kreditnehmer keine Rechnungen für die gewünschte Geldanlage vorlegen. Dazu gehören beispielsweise Immobilienkredite, Autokredite oder Sofortkredite.

Kredite lassen sich aber auch nach der Art der Deckung gliedern:

Blankokredit

Ein Blankokredit wird ohne weitere Sicherheiten vergeben. Die Vergabe des Kredites basiert allein auf der persönlichen Bonität des Kreditnehmers.

Gedeckter Kredit

Ein gedeckter Kredit wird durch Real- oder Personalsicherheiten gedeckt. Also entweder durch Vermögensgegenstände, die verpfändet werden können oder durch Bürgschaften und Garantien anderer Personen. Dadurch wird das Ausfallrisiko für den Kreditgeber stark vermindert oder sogar ausgeschlossen.

Auch nach der Länge des Kredites kann unterschieden werden:

Kurzfristiger Kredit

Diese Kredite haben eine Dauer von bis zu einem Jahr.
Bsp.: Kontokorrent-Kredit

Mittelfristiger Kredit

Mittelfristige Kredite haben eine Dauer von bis zu fünf Jahren.
Bsp.: Autokredit

Langfristiger Kredit

Diese Kredite laufen länger als fünf Jahre.
Bsp.: Immobilienkredit

Weitere bekannte Kreditarten:

Kontokorrentkredit

Der Kontokorrentkredit ist ein Überziehungskredit für ein Privat- oder Geschäftskonto, der für einen kurzfristigen, festgelegten Zeitraum eingerichtet wird.

Dispositionskredit

Auch der Dispositionskredit (umgangssprachlich gerne Dispokredit genannt) ist ein Überziehungskredit für ein Privat- oder Geschäftskonto bei dem das Girokonto bis zu einem festgelegten Betrag überzogen werden darf. Allerdings auf unbestimmte Zeit und in der Regel zu niedrigeren Zinsen als bei einem Kontokorrentkredit.

Schweizer Kredit

Der Schweizer Kredit ist ein Kleinkredit aus dem Ausland, der ohne Schufa-Auskunft vergeben wird, wenn der Kreditnehmer gewisse Kriterien erfüllt. Dazu zählen zurzeit unter anderem die deutsche Staatsbürgerschaft und eine feste Anstellung seit mindestens 12 Monaten.

Ratenkredit

Der Ratenkredit ist ein mittel- oder langfristiger Konsumkredit, dessen Rückzahlung in gleich bleibenden monatlichen Teilbeträgen (Raten) entsprechend eines festgelegten Tilgungsplans erfolgt.

 

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