Die Lebensversicherung aufgeben

Alternativen zur Kündigung

Eine Lebensversicherung ist eine langfristige Kapitalanlage, die über Jahrzehnte angelegt ist. Doch im Laufe der Zeit ändern sich häufig die persönlichen Lebensumstände und die Lebensversicherung muss in vielen Fällen daran glauben. Jede zweite Kapital-lebens-versicherung wird in Deutschland vorzeitig beendet. Finanzielle Engpässe, Kapitalbedarf oder Arbeitslosigkeit – viele Situationen fordern die vorzeitige Auflösung des Vertrages. Doch dieser Schritt ist in den wenigsten Fällen die beste Lösung.

Die Kündigung

Die Kündigung der Lebensversicherung sollte stets der letzte Ausweg bleiben, denn ein vorzeitiger Ausstieg kostet eine Menge Geld. Die Versicherungsgesellschaften erheben Stornogebühren und bei Verträgen, die jünger als zwölf Jahre sind, fallen zudem noch Kapitalertragssteuern und Solidaritätszuschläge an. Auch wenn laut neuem Versicherungs-vertragsgesetz heutzutage ein Mindestrückkaufswert ausgezahlt werden muss – die Kündigung lohnt sich so gut wie nie, denn in den meisten Fällen ist der Mindestrückkaufswert niedriger, als der Betrag, den man eingezahlt hat.

Den Vertrag verändern

Neben einer Kündigung ist es auch möglich Veränderungen an der Lebensversicherung vorzunehmen, und somit erst einmal nur die finanzielle Belastung zu reduzieren. Denn jeder vorzeitige Ausstieg aus einer Lebensversicherung ist ein schlechtes Geschäft. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man sich vorübergehend beitragsfrei stellen lassen. Dabei schmilzt zwar der Auszahlungsbetrag bei Fälligkeit, aber diese Variante kann ohne größere Verluste über einen finanziellen Engpass helfen. Eine weitere Variante ist die Verlängerung der Laufzeit des Vertrages. Die Beiträge fallen bei gleicher Versicherungssumme geringer aus und trotzdem verliert die Lebensversicherung nicht an Wert. Auch die Verringerung der Versicherungssumme führt zu kleineren monatlichen Beiträgen, allerdings auch zu einem geringeren Hinterbliebenenschutz.

Beitragszahlung aus Überschüssen und Risikoprämien

Wenn der Vertrag lange genug läuft, kann mit der Versicherung auch eine befristete Beitragszahlung aus Überschüssen vereinbart werden oder die Zahlung der Risikoprämie. Hierbei mindert sich zwar der Auszahlungsbetrag, aber dieser Weg bleibt oft die bessere Alternative zur Kündigung.

Die Lebensversicherung verkaufen

Der Verkauf der eigenen Lebensversicherung sollte nur im Notfall erfolgen, auch wenn das die günstigere Option im Gegensatz zu einer Kündigung ist. Der ursprüngliche Auszahlungsbetrag der Police liegt immer höher als der Verkaufspreis und bleibt somit ein Verlustgeschäft. Doch wenn das Geld dringend benötigt wird, gibt es oft keine andere Möglichkeit. Die Voraussetzungen zum Verkauf einer Lebensversicherung sind zurzeit Verträge mit einer Restlaufzeit von höchstens 15 Jahren und einem Rücklaufwert von mindestens 5.000 Euro. Ein Policenkäufer übernimmt die monatlichen Beiträge des Versicherungsnehmers und bekommt nach Vertragsablauf die Versicherungssumme ausgezahlt. Vorteil des Verkäufers: er erhält mehr Geld, als bei einer Kündigung und der Schutz im Todesfall bleibt erhalten.

Fazit

Vor der Entscheidung, was mit der Lebensversicherung passieren soll, empfiehlt sich eine gute Beratung. Ein Gespräch mit der Versicherungs-gesellschaft ist ein Muss, genauso wie die gründliche Abwägung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

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