Altersvorsorge – im Kampf gegen Altersarmut

Die jüngere Generation der Berufstätigen wird im Rentenalter den Lebensstandard heutiger Pensionäre nur schwer erreichen. Die gesetzliche Rente alleine kann eine solide Sicherung nicht mehr ermöglichen, nur eine Kombination von gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge können die drohende Altersarmut verhindern. Es sind die drei Säulen der Altersvorsorge, die heutzutage dafür sorgen müssen, dass der eigene Lebensstandard im Alter nicht zu stark absinkt.

Gesetzliche Rente

Die gesetzliche Rente ist die erste Säule der Altersvorsorge. Hier kommt die jüngere Generation für die Pensionen der älteren Generation auf. Dieses Solidaritätsprinzip ist der sogenannte Generationenvertrag. Die verringerte Sterblichkeit, die gestiegene Lebens-erwartung und die gesunkene Geburtenrate haben allerdings zu einer Überalterung unserer Gesellschaft geführt und bringen den Generationenvertrag ins Schwanken. Denn die Anzahl an Arbeitnehmer ist inzwischen geringer als die Anzahl der Rentner. Lösungsansätze wie die Erhöhung der Beiträge, Kürzung der Leistungen oder Erhöhung des Renteneintrittsalters reichen nicht aus, um eine ausreichende Altersversorgung in Zukunft allein über die gesetzliche Rente zu gewährleisten. Denn diese wird in Zukunft wahrscheinlich weniger als 40 Prozent des letzten Bruttolohnes betragen, während sich gleichzeitig die Lebenshaltungskosten alle 20 Jahre so gut wie verdoppeln.

Betriebliche Altersvorsorge

Die Betriebsrente ist die zweite Säule der Altersvorsorge. Bis 2001 handelte es sich hierbei um eine freiwillige Leistung der Arbeitgeber, die hauptsächlich große Unternehmen anboten. Mit der Rentenreform von 2002 und dem neuen Alterseinkünfte-Gesetz von 2005 ist die betriebliche Altersversorgung attraktiver geworden und der Arbeitnehmer hat seitdem einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Durch die Förderung vom Staat spart der Arbeitgeber Lohnnebenkosten und der Arbeitnehmer Sozialabgaben und Lohnsteuer.

Private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge ist die dritte Säule und heutzutage fast unverzichtbar. Sie wird meistens in Form von Lebensversicherungen, privaten Rentenversicherungen, Banksparplänen oder Investmentfonds realisiert. Auch hier gibt es Fördermodelle des Staates, wie die Riester- oder Rüruprente.

Zahlen und Fakten

Die Postbankstudie von 2007 zeigt, dass sich immer mehr Deutsche um ihre finanzielle Situation im Alter Gedanken machen und Ängste in sich tragen: ganze 16,3 Prozent aller Deutschen befürchtet, den Lebensunterhalt im Alter nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten zu können. 43 Prozent aller Deutschen halten es sogar für richtig, die private Altersvorsorge zur gesetzlichen Pflicht in Deutschland zu machen.

Bei der Lösung des Rentenproblems, steht die private Rentenversicherung zur Stärkung der Altersvorsorge mit 10,4 Prozent an erster Stelle. 9,9 Prozent der Deutschen bevorzugen den Kauf eines Eigenheims und 8,5 Prozent entscheiden sich für die Riesterrente, wobei Mehrfachnennungen bei dieser Frage möglich waren.

Allerdings ist das Thema Rente nicht sehr beliebt. 54 Prozent aller Berufstätigen geben an, Gespräche mit Familie oder Freunden über dieses Thema nur „selten“ oder „nie“ zu führen.